Akuter Schmerz - Literatur Update

Prädiktoren für postoperative Schmerzintensität von Michael Schäfer, Berlin     Längere Zeit unzureichend behandelte postoperative Schmerzen erhöhen die Inzidenz chronisch postoperativer Schmerzen. Für eine adäquate Behandlung ist es hilfreich zu wissen, dass es beeinflussbare Risikofaktoren für die Schmerzintensität nach Operationen gibt. Werden diese im Schmerzmanagement berücksichtigt, kann individueller therapiert und der Schmerzmittelverbrauch angepasst werden.   Akuter Schmerz tritt häufig im Rahmen einer Operation auf und kann bei unzureichender Behandlung chronisch persistieren. In der Tat kommt es zum Beispiel im Rahmen von Amputationen einer Gliedmaße, Operationen mit Eröffnung des Brustkorbs, einer operativen Brustentfernung sowie bei Gallenblasen- und Leistenhernienoperationen zu schweren chronischen Schmerzen mit einer Inzidenz von 5−20 % [1]. In einer europaweiten Umfrage an 21 Kliniken konnte gezeigt werden, dass eine 10%ige Zunahme in der Dauer unzureichend behandelter postoperativer Schmerzen mit einer 30%igen Zunahme in der Inzidenz chronisch postoperativer Schmerzen assoziiert war [2].   Bei einer Literaturrecherche zum Thema „Akuter Schmerz“, begrenzt auf den Zeitraum 2017−2018, zeigte sich, dass sich die Mehrheit der Literaturstellen (nämlich 747) mit der Thematik „Risikofaktoren postoperativer Schmerzen“ befasst hatte. 234 Literaturstellen untersuchten die perioperative Schmerzintensität, 23 Literaturstellen den genetischen Polymorphismus, 33 Literaturstellen die präoperative Angst und Erwartungshaltung und 27 Literaturstellen eine präoperative Opioidtherapie.     Prädiktive Faktoren für die postoperative Schmerzintensität   In einer früheren Literaturübersicht aus dem Jahre 2009 wurde geschlussfolgert, dass vorbestehende Schmerzen, Angst und psychologischer Stress, Alter sowie die Art und Größe des chirurgischen Eingriffs prädiktive Faktoren für die postoperative Schmerzintensität seien [3]. Ebenso seien Alter, Angst und die Art des chirurgischen Eingriffs prädiktive Faktoren für den postoperativen Analgetikaverbrauch [3]. Wie sieht dies zehn Jahre später aus? Hierzu seien nur einige aktuelle Studien exemplarisch vorgestellt.   In einer groß angelegten prospektiven Untersuchung aus Finnland an 1.000 Frauen, die sich einer Operation wegen eines nicht metastasierten Brusttumors unterzogen, sollte untersucht werden, welche potenziellen Risikofaktoren einen Einfluss auf den unmittelbar postoperativen Analgetikaverbrauch einer jeden Patientin hatten [4]. Dazu erhielten Patientinnen im Aufwachraum wiederholte Einzelgaben von intravenösem Oxycodon, bis die individuelle Schmerzintensität in einem vordefinierten Bereich (

 

Fachkreise

 

MEDIADATEN 2022

 

 

Stand: 1. Oktober 2021

 


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